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28.10.2014

Luftige Mission 100 Meter über dem Erdboden

Bereits aus etlichen Kilometern Entfernung kann man ihn sehen, denn er überragt die Wipfel der Bäume mit seinen beinahe 160 Metern um ein Vielfaches. Die Rede ist vom Fernmeldeturm auf der exponierten Wenschdorfer Kohlplatte im Süden des unterfränkischen Orts Miltenberg. Wer in letzter Zeit genauer hinsah, der konnte in schwindelerregenden Höhen von bis zu 100 Metern immer wieder Menschen auf einem Baugerüst rund um den Turm entdecken – die Mitarbeiter des Service-Teams von Europoles aus Neumarkt.


„Ein so hohes Gerüst hatten wir bisher noch nicht aufgestellt. Wir können Arbeiten zwar sogar bis in Höhen von 240 Metern durchführen, aber ein vollständiges Gerüst mit 50 Ebenen ist schon etwas Besonderes“, sagt Reinhard Sammüller, Leiter der Abteilung Service bei Europoles. Das war nötig geworden, denn der über 30 Jahre alte Funkturm war im Laufe der Zeit starken Witterungseinflüssen ausgesetzt und sein Äußeres wurde naturgemäß davon angegriffen. Deshalb hatte die Deutsche Funkturm GmbH Nürnberg im letzten Jahr seine Sanierung beschlossen. Für die Umsetzung eines solchen Projekts sind allerdings spezielle Kenntnisse notwendig und hier kam Europas führender Mastenhersteller ins Spiel. „Allein mit der umfangreichen Planung waren wir über ein Jahr beschäftigt“, erzählt Sammüller. Der Kopf des Turms in einer Höhe von 108 Meter bis 127 Meter war bereits 2005 saniert worden. Dazu hatte man Gerüst, Material und Personal über den Aufzug im Inneren des Turms nach oben transportiert. „2013 waren es dann seilgeführte Arbeitsbühnen, mit denen wir das Äußere des Turms bis zum Turmkopf in 100 Meter Höhe abgefahren, überprüft und die Schäden aufgenommen haben. Im Anschluss wurde dann von uns ein Gutachten erarbeitet. In den Wintermonaten haben wir die Deutschen Funkturm GmbH Nürnberg bei der Erstellung eines Sanierungskonzepts mit Kostenschätzung unterstützt.“ Ende Juli konnte es schließlich losgehen. Die Betonschäden wurden mit 1000 bar Höchstdruckwasserstrahlen abgetragen und neu profiliert. Anschließend wurde der gesamte Betonschaft mit einer Fläche von 2200 Quadratmetern in vier Arbeitsgängen mit Spezialfarbe gestrichen. Insgesamt brauchten die Europoles-Monteure dafür 10,25 Tonnen – oder 512 Zwanziglitereimer – Farbe.

 

Die Europoles-Montagetruppe, die zum Beispiel auch Werbemasten oder Schilderbrücken an Autobahnen auf Vordermann bringt, wird Ihre Arbeiten bald beendet haben. Dann wird die Mobilfunkstation, die übrigens Daten auch in die schnellen LTE- und Glasfasernetze verteilt, auf der Wenschdorfer Kohlplatte wieder in neuem Glanz erstrahlen